Donnerstag, 9. Februar 2017

Grosse Sprünge und grosse Pläne


Ich darf meine Kinder nicht mehr "meine Babys" nennen. Denn das sind sie nun defintiv nicht mehr. Sie haben seit letztem Herbst riesige Entwicklungssprünge gemacht. Sie reden immer mehr, sie sind daueraktiv, sie sind unglaublich neugierig, und sie wollen immer überall dabeisein, mitmachen und mithelfen, sei es in der Küche oder im Haushalt. Und ab August gehen sie in die Waldspielgruppe, jeweils einen halben Morgen in der Woche. Wahnsinn.

Wir kochen Suppe


Der Monsieur am Staubsaugen

Momentan sind die beiden ziemlich anstrengend, wie das so ist mit 2-jährigen...in den kleinen Gehirnen geht gerade die Post ab. Sie machen fast den ganzen Tag nur Dinge die wir Erwachsene als "Blödsinn" bezeichnen. Sie räumen immer alles aus, kein Schrank und keine Schublade ist vor ihnen sicher, sie hinterlassen überall Chaos, schmeissen die ganzen Decken, Kissen und Plüschtiere von den Betten, haben angefangen die Fenster zu öffnen (wir mussten abschliessbare Fentergriffe montieren), ziehen sich ständig aus, wollen immerzu mit dem Wasser im Bad spielen, verhauen sich mehrmals täglich und schreien oft grundlos und wild herum. Dafür sind sie momentan sehr kreativ und malen sich ihre Welt gerne bunt.

Projekt mit unserer verrückten Mama

Auch wenn das alles sehr intensiv ist, können wir uns ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Doch manchmal brauchen wir eine kleine Auszeit, dann gönnen wir uns einen Tag nur zu zweit (Kids sind dann bei der Oma) oder etwa 2x jährlich ein Weekend. Mit der Oma reden sie französisch und sie finden das sehr spannend.

Mit Oma im Wald

Ansonsten haben die beiden auch beim Spielen Sprünge gemacht, sie haben Rollenspiele für sich entdeckt und dann wird geplappert was das Zeug hält. Mal spielen sie Arzt, dann wieder Einkaufen oder bemuttern ihre Puppen.


Mr. L. mag momentan die Figur Globi. Es ist eine Schweizer Figur. Er ist völlig verrückt danach und hat von seiner Tante eine kleine Plüschfigur erhalten, dann hat er noch diverse Bücher und mehr mit seinem geliebten Globi. Er interessiert sich bereits für Buchstaben und schaut sich gerne Bücher an. Draussen ist er auch gerne, ausser wenns kalt ist. Er sehnt sich nach dem Sommer, denn jedes Mal, wenn wir am Fluss vorbeilaufen, fragt er wann wir wieder baden gehen können. Er liebt es nach wie vor zu tanzen. Seine Haare möchte er nicht schneiden, weil er sie so gerne kämmt.
Er benennt sämtliche Zutaten die es braucht, um ein Brot zu backen oder eine Suppe zu kochen. Leider hat er momentan viele Ängste, wir wissen nicht genau warum und können nicht mehr tun als mit ihm darüber zu reden und ihn damit nicht alleine lassen.
Manchmal möchte er ein Röckchen anziehen und tanzt dann damit in der Wohnung herum.

Mlle. J. wird von manchen als "Persönchen" bezeichnet (nett gemeint). Sie weiss was sie will und möchte ihren Dickkopf durchsetzen. Ich fresse einen Besen wenn sie mal eine Lady wird, sie bleibt hoffentlich unsere Räubertochter! Sie hat aber auch eine sehr fürsorgliche Seite, wenn es jemandem nicht gut geht möchte sie Tee bringen, trösten, "hilft" den Leuten aufzustehen und fragt behutsam: "Gohts?" ("Gehts" auf Schweizerdeutsch). Das finden wir supertoll! 
Sie hat entschieden dass sie kein rosa mehr tragen möchte (mit einigen wenigen Ausnahmen), und natürlich respektieren wir das. Stattdessen haben jetzt coole Sachen wie Batman, blau-grau-grün sowie Monster und Fahrzeuge in ihrem Kleiderschrank Einzug gehalten. Sie ist überglücklich wenn sie das tragen kann was sie will und das ist schön zu sehen. Sie ist auch immer dabei wenn es darum geht Maschinen oder Werkzeug zu bedienen oder grosse Fahrzeuge zu bewundern. Sie hat schon halbwegs den Wunsch geäussert ihre Haare schneiden zu wollen, wir warten aber noch bis sie drei gewesen ist und sich wirklich gut ausdrücken kann was sie möchte.

Für mich ist es sehr schön zu sehen, wie die beiden - weil sie noch nicht wissen was die Gesellschaft als "weiblich" und "männlich" definiert - sehr frei sein können, einfach so sein wie sie möchten, ohne Druck, ohne dumme Kommentare, ohne irgendwie das Gefühl zu haben sich anpassen zu müssen. Ich hoffe sehr dass unsere Kids noch lange sich selber bleiben und nicht allzu schnell den Erwartungen der Gesellschaft  entsprechen wollen. Ich werde diese Unangepasstheit fördern so gut ich kann!  

Bei uns hat sich auch sonst einiges getan. Wir sind in ein anderes Modell was die Arbeitsteilung angeht gestartet, ein Modell dass wir schon länger im Kopf hatten, aber das nie umsetzbar schien. Nun hatten wir endlich die Gelegenheit die Idee in die Tat umzusetzen. Ich habe einen meiner Jobs gekündigt, ich fühlte mich dort sowieso nicht mehr wohl. Seit Anfang dieses Monats arbeite ich noch 50%. Meine Frau hat ihr Pensum als Nachtwache in einem Heim erhöht auf ca. 40%. Wir werden weniger Geld haben, dafür mehr gemeinsame Zeit als Familie, was uns wichtiger ist als ein dickes Bankkonto. Wir sind mit der Zeit auch immer mehr Richtung "einfaches, aber glückliches Leben" gedriftet, das ging irgendwie ganz von alleine, weil wir uns das wünschten. Wir sind nun gespannt was diese Zeit alles mit sich bringen wird. Ich habe natürlich schon tausende Ideen, muss das alles aber noch kanalisieren...


Diesen Frühling werden wir unsere Ferien in einer einsamen Hütte in Südfrankreich verbringen. Es hat dort kein fliessendes Wasser, keinen Strom, und demzufolge auch keinen Kühlschrank oder Bad. Das Wasser muss man bei einem Brunnen in der Nähe holen, und wenn es dunkel wird gibt es Kerzen oder dann passt man sich halt einfach der Natur an und geht ins Bett. Es hat einen Fluss und unberührte Natur in der Nähe. Ich mache hiermit gerne Werbung für mein Heimatland Frankreich, es gibt so viele schöne Regionen zum Entdecken und Geniessen, eure Kids können so laut sein wie sie möchten, und ihr esst wie Gott höchstpersönlich. Die besten Croissants, die beste Confiture, den besten Fromage, den besten Wein...

Bild aus der Region Ardèche (Frankreich)


Für nächstes Jahr plane ich eine etwas längere, abenteuerliche Reise. Wir möchten eine Kanaren-Rundreise machen. Voraussichtlich mit dem Mietwagen von Unterkunft zu Unterkunft. Pro ausgewählte Insel eine Unterkunft für ca. 1 Woche. Insgesamt soll die Reise etwa 4 Wochen dauern. Es ist eine Herausforderung, da ich wie immer alles selber organisiere (kein Reiseanbieter)...
Eine Rundreise mit Kindern klingt stressig, wird es aber nicht sein, da ich pro Insel wirklich viel Zeit eingeplant habe (eine Woche), wir dann auf der jeweiligen Insel nicht von Unterkunft zu Unterkunft hoppen und auch sonst nicht absolut alles gesehen haben müssen. Es sollen ruhige Ferien werden.

Ich freue mich jetzt schon auf die Kanaren...

Diese beiden Urlaube werden gleichzeitig ein Test sein für noch intensivere Ferien im Jahr 2019. Asien ruft! Und das dann hoffentlich, wenn das Budget dann immer noch reicht, für 2-3 Monate.
Und natürlich werde ich alles hier dokumentieren!

Bei alldem vergesse ich jedoch nicht, was momentan für Zeiten auf der Welt herrschen, und helfe wo ich kann. Momentan sammle ich Sachspenden für Syrien, im Frühling schicke ich gemeinsam mit einem Hilfswerk einen Container voll mit medizinischem Material, Kleidern, Schuhen, Spielsachen, Decken, Kinderwägen und vielem mehr. Ich bin sehr froh einen Weg gefunden zu haben den Menschen in Syrien zu helfen.

Das wars wieder mal von uns! Habt noch einen schönen Rest vom Winter!

P.S.: Hier seht ihr Bilder aus unserem Alltag
P.P.S.: Wie gefällt euch das neue Design des Blogs?

Kommentare:

  1. Das neue Blogdesign ist super, gefällt mir besser! Eure Joblösung klingt übrigens auch ganz toll :-)

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