Freitag, 30. September 2016

BIG Update

Meine Lieben, bei uns tut sich Einiges. Deshalb komme ich kaum noch dazu, meinen Blog zu pflegen. Das hole ich nun mit einem schön aufbereiteten BIG Update nach!

Die Kids
Unsere Schätzchen haben inzwischen riesige Sprünge gemacht. Sie sprechen viel mehr als noch im Frühling, jedoch noch keine Zweiwortsätze. Aber die Anzahl Dinge die sie benennen können, kann man inzwischen nicht mehr zählen. Weiterhin wichtig ist ihnen ihr nahes Umfeld mit Verwandten, die ihnen nahestehen. Sie mögen zwar eine gewisse Alltagsroutine, haben aber auch kein Problem damit wenn wir mal einfach wegfahren, das finden sie sehr aufregend. Solange das Essen gewährleistet ist.
Während dem Essen müssen wir schauen dass sie nicht übermütig werden, die Teller vom Tisch fegen und mit dem Besteck um sich werfen. Wir mussten strenger werden und ihnen auch einfach den Teller wegnehmen, ohne Vorwarnung. Das Besteck gibts auch nicht mehr, wenn es weggeworfen wird. Wir haben beim Essen ausserdem die Regel, dass die Kids sitzen bleiben sollen, bis sie uns sagen, dass sie "fertig" sind. Und das ist man ja nicht, wenn man erst drei Bissen zu sich genommen hat, sie verneinen dann auch wenn wir fragen ob sie fertig sind. Sie müssen dann jedoch nicht warten, bis wir fertig gegessen haben. Sie dürfen dann spielen gehen, und wir können uns dann mal etwas normal unterhalten. Seit wir strenger geworden sind, klappt es bereits viel besser.

Es gibt aber auch sehr viele tolle Momente, ich liebe dieses süsse laute Lachen der beiden und ihre verschmitzten Gesichtsausdrücke wenn sie wieder etwas aushecken. Und die kleinen Geschenke, die sie uns freudestrahlend bringen (Blätter, Steine). Sie machen mich stolz, wenn sie herumliegenden Müll aufsammeln und gewissenhaft entsorgen möchten (Aussage mit ernstem Gesichtsausdruck: "Müll!!!"), und wenn sie sich bei jemandem bedanken. In Kindergruppen haben sie nie Probleme, ihre Sachen mit anderen zu teilen, und sie wissen auch ganz genau, was ihnen gehört und was nicht, und geben es sofort zurück wenn eine andere Mutter das Spielzeug einfordert (ja, manche Eltern mischen sich eben immer ein, mehr sollte ich lieber nicht dazu sagen).
Jetzt kommen sie in ein Alter in dem Mlle J. und Mr. L. wirklich miteinander statt nebeneinander spielen können, das ist toll mitanzusehen, wie sie gemeinsam vertieft spielen und dabei in ihrer ganz eigenen Sprache miteinander plappern. Es ist schön, wenn sie plötzlich in einem lustigen Singsang sämtliche Namen aller Menschen, die ihnen nahestehen, aufzählen. Und dieses Vertrauen, dass sie in uns haben, diese Verbundenheit, ist sehr spürbar.

Bezüglich dem Thema Spielen habe ich lange recherchiert, denn ich war unzufrieden mit der Situation, die wir hatten. Im Wohnzimmer hatten wir einfach eine Kiste mit einem Durcheinander an Spielzeugen. Sie schienen damit überfordert oder unterfordert zu sein, denn statt damit zu spielen warfen sie es in der Gegend herum. Ich habe dann Montessori entdeckt und einiges angepasst. Und siehe da: Es wird jetzt so gut wie nichts mehr herumgeschmissen. Wir haben auch einiges entfernt das völlig überflüssig war, z.b. dutzende Plüschtiere. Auch haben wir den Spielzeugbestand reduziert, es war einfach zu viel, ausserdem finden sie vieles nichts mal sonderlich interessant, da es sie langweilt (Sachen mit Knöpfen z.B.). Ausserdem habe ich alles, was nicht altersgerecht ist, entfernt. Das Spielzeug, dass wir damals während der Schwangerschaft von den Leuten erhalten haben und im Estrich vor sich hin wartet sind wir am sortieren, und alles was zuviel ist wird weitergegeben. Geblieben sind nun im Wohnzimmer: Bauklötze, Schaukeltiere, Bücher, Musikinstrumente, Bücher, einfache Puzzles (die jedoch noch nicht interessant für sie sind) Spieltierchen und einen Puppenwagen mit Puppen, alles geordnet. Die schreckliche Wühlkiste gibts natürlich nicht mehr. Im Estrich: Lego, Barbies und Playmobil für später. Draussen: Sandspielzeug und Bälle, nebst Schaukel, Rutschbahn und Sandkasten.
Die Kinderzimmer sind wir aufgrund der neuen Betten gerade am einrichten, aber diese möchte ich eher puristisch halten, es sollte ein Ruheort sein und nicht ein quitschbuntes Durcheinander (ihr wisst was ich meine). Ich poste dann hier Bilder, sobald wir damit fertig sind. Ich bin mir schon bewusst dass sich das eventuell wieder ändern könnte, wenn sie grösser werden und "ihre" Spielsachen vielleicht im eigenen Zimmer haben möchten, doch vorerst soll das Wohnzimmer das Spielzimmer sein.
Am Geburtstag von Mlle. J. baten wir die Leute, statt Dingen Erlebnisse zu schenken, was aber leider nicht so sehr Anklang fand (ausser bei meiner Schwester, die Mlle. J. einen Tag im Zoo schenkte, und Mr. L. erhält dann dasselbe), stattdessen schenkten die Leute dann Geld. Schade, Zeit ist doch wichtiger als Geld, aber mit dieser Meinung scheinen wir hier ziemlich alleine zu sein...sie haben Kinderkonten, auf die ich solches Geld überweise, und ich kann nur hoffen, dass sie dann mit 18 eine schöne Reise damit machen, statt es zu verprassen, aber das liegt dann nicht mehr in meiner Hand.
Als die Kids damals ein Jahr alt wurden, bekamen sie einen riesigen Geschenkeberg, es war einfach viel zu viel. Wir möchten das so nicht mehr. Es ist uns wichtig, dass das Spiel auch Qualität hat und idealerweise auch das Gehirn anregt, statt einen Haufen ungeordneter Spielsachen zu haben, die erst noch zu 80% überhaupt keinen Sinn machen und mit denen man nicht mal richtig spielen kann.

Die Kids am Staubsaugen. Chaotisches Alltagsbild. :-D

Unsere Kids sind sehr selbständig, aber wir haben ihnen halt nie viel abgenommen, sondern sie ermuntert, es doch selber zu versuchen. Sie können sich die Hände waschen, ihre Kleider ausziehen, Kleider auswählen, kleine Aufträge ausführen und vieles vieles mehr. Neuerdings wollen sie auch bei allem was wir tun "helfen". Der Staubsauger hat so viel von seinem Schrecken verloren.

Unterwegs

Wasser ist immer interessant
Mit dem grossen Freund

Die beiden sind immer noch gerne draussen unterwegs, das wird sich hoffe ich nie ändern!
Sie sind ein unzertrennliches Team, sobald sie morgens aufwachen sagen sie als erstes den Namen ihres Geschwisters. Das ist wirklich süss. Sie können aber auch wirklich fies zueinander sein, reissen sich an den Haaren, beissen und schlagen einander. Das ist jedoch normal, in diesem Alter können sich Kinder noch nicht in andere versetzen. Wir sagen ihnen dann jeweils "schau mal, sie weint und ist traurig, du hast ihr wehgetan", und wir achten dabei dass sie dann ins Gesicht des Geschwisterchens blicken, damit sie mit der Zeit lernen, wie jemand aussieht der traurig ist. Inzwischen haben sie das "trösten" für sich entdeckt, sie streicheln dann reumütig dem Geschwisterchen über den Kopf.

Beim Schlafen ist es so dass seit kurzem jedes Kind sein eigenes Zimmer hat, und auch kein Babybett mehr, sondern ein richtiges Bett! Als die Betten geliefert wurden, hatten sie beide sehr Freude, Mr. L.sagte mehrere Tage lang immer wieder "merci, danke!" und wollte sofort darin schlafen. Mlle. J. dann auch, nachdem sie sich nach etwas Übergangszeit (zuerst noch im Babybett) daran gewöhnt hatte. Bisher hatten sie ein gemeinsames Zimmer, das ging jedoch nicht mehr da sie sich in der Nacht gegenseitig geweckt haben. Die Nächte sind nun wieder etwas ruhiger geworden. Wenn sie uns in der Nacht rufen oder sogar weinen nehmen wir sie immer sofort in unser Bett, in der Regel kann dann weitergeschlafen werden. Sie haben oft Albträume, und manchmal sind sie krank, da lassen wir sie nicht alleine damit. Manchmal wachen wir zu viert im Bett auf, vor allem in Krankheitsphasen, deshalb überlegen wir uns, unser Bett zu einem Familienbett zu vergrössern, da es in diesem Fall doch recht eng wird. Zum Einschlafen hat jedoch jedes Kind sein eigenes Bett, und das funktioniert auch gut, sie weinen nicht wenn sie ins Bett gehen. Sie klettern selber aufs Bett, legen sich hin und wollen noch einen Gutenachtkuss. Sie wissen dass wir da sind wenn sie ein Problem haben, oft weinen sie nicht einmal, sondern rufen einfach laut "Mama", ausser bei Albträumen. Mr. L. möchte seit kurzer Zeit, dass die Zimmertüre offenbleibt (er sagt dann beim Zubettgehen "offlo") und dass das Ganglicht eingeschaltet ist. Mlle. J. hingegen braucht absolute Dunkelheit.

Und wir haben so den Rest des Abends für uns, tauschen uns über den Tag aus, was alles gelaufen ist, was wir in nächsten Zeit tun müssen und natürlich auch noch lockere Themen. Das ist uns wichtig.
Fernsehen tun wir alle übrigens nie, wir haben den unbenutzten Fernseher inzwischen aus dem Wohnzimmer verbannt. Ich war überrascht zu sehen, wie viele Leute ihre Kids bereits mit zwei Jahren oder sogar jünger täglich vor den Fernseher stellen, und das teilweise bei schönstem Wetter, und uns fragen welche Sendungen unsere Kids denn schon kennen (so geschehen übrigens ausgerechnet bei einer Trageberaterin, solche Mütter erstaunen mich am meisten, hängen gegen aussen in sozialen Netzwerken die totale Öko-Mutti heraus, und dann sowas...ah ja, und ob dieses trendige "abhalten" eines Babys vor dem Fernseher sinnvoll ist, ich weiss nicht *seitenhieb*).
Das kommt für uns nicht in Frage. Wenn sie ein paar Jahre alt sind können sie vielleicht mal bei Regenwetter einen Film schauen, aber sonst?
Unsere sind nicht mal interessiert, wenn bei jemandem der Fernseher läuft, sie suchen sich dann etwas zum Spielen...

Was läuft sonst? Ach ja, Mlle. J. geht immer wieder aufs Töpfchen und Klo und macht Pipi. Momentan lassen wir seit einigen Tagen die Windeln einfach weg. Mr. L. versucht es wie ein Verrückter und ist recht frustriert dass er es nicht schafft (er macht sich selber Druck wegen seiner Schwester, wir zwingen ihn natürlich nicht dazu). Einmal schüttete er Wasser ins Töpfchen und behauptete, er hätte Pipi gemacht. Schlaues Kerlchen. Er ist noch nicht bereit, aber er ist ja auch noch nicht einmal zwei Jahre, deshalb machen wir mit ihm noch nichts in Richtung Trockenwerden wie bei Mlle J.

Bücher sind hier der Hit gerade. Wir müssen mehrere am Tag vorlesen und sie schauen viel auch selber an. Das hilft sehr um Wörter zu lernen, wir lesen aber nicht nur vor sondern fragen sie auch viel ("Was machen die Enten hier" usw.).

Sie hängen zwar sehr aneinander, sind aber im Wesen doch recht unterschiedlich. Wir haben beobachtet, und ja, durch Beobachten kann man vieles bei den Kindern entdecken, dass sich Mr. L. teilweise in das Wohnzimmer zurückzieht und das Türgitter hinter sich schliesst, dann gemütlich aufs Sofa sitzt und sich völlig in ein Buch vertieft, mit dabei oft sein Kuschelelefant und eine Decke, hinter sich drapiert er ein Kissen. In diesem Moment möchte er NICHT gestört werden. Es kann sein dass in der gleichen Zeit Mlle. J. Energie rauslassen will (und davon hat sie eine Unmenge...) und wir ihr ein Rutschauto anbieten, mit dem sie dann ausgelassen im Gang rumkurven kann. Das gleiche passiert draussen, das eine Kind möchte noch Enten beobachten, während das andere rumrennen will.
Aufgrund dieser unterschiedlichen Bedürfnisse ist es ein weiterer Vorteil, wenn jedes Kind sein eigenes Zimmer hat, das man dann individuell einrichten kann.
Das wars glaube ich zum Thema Kids. Wenn Fragen auftauchen, dann einfach fragen!

Job- und Wohnsituation
Seit Mai dieses Jahres arbeitet meine Frau wieder ein bisschen. Nachtwache, ca. 30%. Es ist ein super Betrieb, der auf uns Rücksicht genommen hat und nur die Nächte einplant, bei denen ich am nächsten Morgen nicht arbeiten gehen muss (es war enorm schwierig, so einen Betrieb zu finden!). Ich arbeite weiterhin 80%, doch wenn alles so läuft wie geplant, kann ich bald auf 50% reduzieren, und meine Frau stockt auf 50% auf.
Leider leben wir weiterhin in Ungewissheit in der jetzigen Wohnung, sie können uns nie sagen, ob sie das alte Haus nun abreissen wollen oder so lassen. Langsam nervts, denn unser Vertrag läuft im Mai nächsten Jahres aus, und wir sollten langsam wissen, ob es uns verlängert wird oder ob wir gehen müssen. Denn man kann sich doch vorstellen, dass eine Wohnungssuche von zwei Frauen mit zwei Kleinkindern und auch noch mit zwei Katzen und einer Schildkröte im Schlepptau nicht wirklich simpel ist. Gerne erinnere ich an das Erlebnis vor einigen Jahren, als man uns (noch ohne Kids) mit den Worten ablehnte: "Wir suchen ein Paar, das aus Mann und Frau besteht". Waaah nein.

Was sonst noch lief

In Frankreich

Ende August waren wir zum ersten Mal seit drei Jahren wieder bei meiner Familie in Frankreich. Ich war recht nervös, denn vor einigen Jahren hatte dieser Teil meiner Familie ein riesiges Problem mit meinem Coming-Out, inklusive ein paar wirklich sehr schreckliche Vorkommnisse. Inzwischen war jedoch Staub darüber und sie hatten sich offenbar eingehend mit der Thematik befasst. Meine Angst stellte sich als völlig unbegründet heraus. Wir wurden herzlich empfangen, die Einliegerwohnung war für uns bereit als wir ankamen, die Fenster weit geöffnet, mein Grossvater stand lächelnd davor (ein Bild mit Symbolcharakter, ihr versteht...). Die Kinder wurden geherzt und wir wurden reichlich mit Gaben überhäuft. Meine Frau wurde hochgelobt, es wurde ziemlich übertrieben, aber so sind sie eben. Abends sassen wir immer alle zusammen. In der Nähe gab es Seen, sodass wir jeden Tag baden gegangen sind. Die Kids waren begeistert. Nur schlafen wollten sie dort nicht richtig, Mr. L. konnte sogar nur in meinem Arm einschlafen. Alles in allem aber ein gelungener Urlaub! Seither nennt mich Mr. L. "Maman".

Wir können bald einen VW-Bus von einer anderen Regenbogenfamilie ausleihen, um mal zu sehen wie das ist. Da das Chalet meiner Eltern verkauft wird und auch der feste Wohnwagen meines Schwiegervaters in Deutschland, suchen wir gerade nach einer Alternative, um trotzdem kostengünstig mal für ein paar Tage wegfahren zu können (ein Urlaub pro Jahr am Meer liegt drin, mehr nicht, aber trotzdem möchten wir auch sonst herumreisen können). Wenn es uns gefällt, würden wir uns vielleicht einen kaufen.


Das wars wieder mal von uns!

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