Mittwoch, 8. April 2015

Fragerunde - Die Antworten

Danke für eure Fragen! Hier folgen nun die Antworten.

Margarete Audrey: Mich würde interessieren, wie so ein durchschnittlicher Tag bei euch aussieht. Und ob noch Geschwister für Mlle. J und Mr. L geben soll. (und ob dann auch gleich wieder im Doppelpack)
Gute Idee, mal einen durchschnittlichen Tag bei uns zu beschreiben! Das werde ich in einem separaten Post nächstens machen (sozusagen "Ein Tag bei uns in Wort und Bild"). Das würde hier nämlich viel zu lang werden.
Bezüglich Geschwistern: Das wissen wir noch nicht. Die Türe ist sicher noch nicht ganz geschlossen. Aber wenn, dann nicht heute oder morgen, denn erstmal gilt es, für unsere beiden Schätzchen da sein zu können.
Wir würden dann auch nicht mehr gemeinsam schwanger sein. Nicht aus dem Grund, dass wir die jetzige Situation nicht gut fänden. Sondern, weil wir beide schwierige Schwangerschaften hatten. Es müsste dann unserer Meinung nach mindestens eine von uns fit sein, um sich um die bereits vorhandenen Kinder gut kümmern zu können. Als wir zusammen schwanger waren, gab es Zeiten, in denen wir den lieben langen Tag bettlägrig waren und dank der Schwangerschaftshormone gewisse seltsame Dinge taten (z.B. hochschwanger im Nachthemd barfuss zum Nachbarn rüber, einfach in seinen Garten stapfen und ihm hysterisch mitteilen, dass er die Musik gefälligst ausmachen soll, da sogar mein Baby im Bauch so nicht schlafen kann - da wir beide schwanger waren, waren wir beide auch extrem wütend darüber, wäre eine von uns nicht schwanger gewesen, hätte man dieses im nachhinein etwas peinliche Vorgehen verhindern können). Diverse medizinische Probleme kamen dann noch hinzu, und vor allem gegen Schluss wurde es immer schlimmer. Das wäre eine unmögliche Situation, wenn bereits Kinder im Haus sind.

Michaela: Wie finanziert ihr euer Leben, da ja ein bzw. zwei Hauptverdiener ausfallen. Bekommt ihr finanzielle Unterstützung, habt ihr Erspartes? Geld ist ja immer ein Thema und daher würde mich das brennend interessieren.  
Da hast du eventuell etwas falsch verstanden. Bei uns sind und werden nie gleich zwei Hauptverdiener ausfallen. Vor den Kindern haben wir beide 80% gearbeitet. Nach den Geburten hatten wir jeweils einen bezahlten Schwangerschaftsurlaub von 3 1/2 Monaten, danach hat meine Frau noch 40% gearbeitet, ich wieder 80%. Ab Juni wird meine Frau Hausfrau, ich werde weiterhin 80% arbeiten. Um das möglich zu machen, ziehen wir in eine viel günstigere Wohnung. Wir bekommen keinerlei finanzielle Unterstützung (das bescheidene Kindergeld mal ausgenommen), weder staatlich noch vom Umfeld. Das wäre auch gegen unsere Prinzipien. Wir hätten keine Kinder in die Welt gesetzt, wenn wir nicht auch finanziell selber für sie sorgen könnten. Das finden wir ehrlich und offen gesagt ziemlich verantwortungslos.
Wir haben zwar nicht viel, aber genug. Eng wirds nur, wenn ich solche unnötigen Kosten wie die Namensänderung von Monsieur L. habe (für solche sinnlosen, ärgerlichen Ausgaben haben wir natürlich gewisse Rücklagen, wenn auch bescheidene). Ansonsten leben wir in einfachen Verhältnissen, sind jedoch glücklich. Zeit ist uns wichtiger als Geld.

Mama I: Würdet Ihr wieder alles genauso machen?
Ja!!! Diese Erfahrung möchten wir nicht missen. Es war eine der intensivsten, speziellsten, unglaublichsten Erfahrungen in unserem Leben! Aber: Jetzt, wo wir bereits Kinder haben, würden wir es für weitere Kinder nicht wieder tun. Der Grund dafür steht unter der ersten Frage in diesem Post. :-)

Ratscher: Da unser Sohn ja ein Handycap hat, interessiert mich, ohne Internas genannt zu bekommen, ob bei Eurem Sohn ganz grundsätzlich noch "irgendwas" aufgrund der Startschwierigkeiten zu erwarten ist und wie Ihr damit umgeht? Geht Ihr jetzt öfter zum Doc, achtet Ihr anders auf ihn, als auf die Tochter? seht Ihr mit anderen Augen? Und wie hast Du / habt Ihr die Geburt mental verarbeitet....
Aufrgund dessen, dass es sich bei seinen Startschwierigkeiten um Kreislaufprobleme handelte und er von Kopf bis Fuss durchgecheckt und nichts "gefunden" wurde, ist theoretisch nichts mehr zu erwarten. Ich sage "theoretisch", da sie beim Austritt natürlich vorsichtige Formulierungen wählten, jedoch ist bis heute nichts mehr passiert. Er muss auch nicht häufiger zum Arzt als andere Babys, er geht in die regelmässigen Checks inkl. Impfungen wie jedes andere Kind. Soweit wir das beurteilen können, entwickelt er sich altersgerecht. Wir warten allerdings gespannt auf den baldigen 6-Monate-Termin, hier wird sich herausstellen, ob er "die Kurve gekriegt" hat oder ob es noch irgendetwas gibt, wo man dranbleiben muss. Anfangs, ich würde sagen, ca. 3 Monate lang, sahen wir ihn "mit anderen Augen", da er ja auch mehr Aufwand und Pflege benötigte als seine Schwester. Mit der Zeit wurde er zu einem lebhaften, quirligen, kerngesunden Kerlchen, sodass dieses "mit anderen Augen sehen" verflogen ist. Wir haben uns jedoch, auch in der Zeit als es ihm schlecht ging, immer darum bemüht, und es war uns sehr wichtig, auch Mlle. J. genug Zuwendung zu geben, was uns recht gut gelungen ist, finde ich.
Mmmmh, und wie es mir geht? Da sage ich nur: Geburtstrauma, bevorstehene Damm-Nachoperation, Schmerzen, Hormonstörung (zu viele Eilein, die ständig springen, ja, richtig gelesen, man kann auch ZU fruchtbar sein), blablablabla...alles "in Bearbeitung unter fachlicher Aufsicht", wenn ihr versteht, was ich meine, aber ich will euch ja nicht mit diesem Desaster vollquasseln und langweilen, soll ja hier kein Jammer-Post werden!
(Ratscher, ich schreibe dir noch wegen einem allfälligen Treffen (was für eine wunderbare Idee!), und wir können uns dann gerne per Mail über diese Erfahrungen austauschen, denn wir haben ja ähnliche Erfahrungen gemacht, das wäre bestimmt interessant, aber nicht hier öffentlich).

So meine Lieben, das wars, ich werde eventuell immer wieder mal eine Fragerunde ins Leben rufen.
Falls sich aufgrund meiner Antworten wieder neue Fragen ergeben, einfach ungeniert kommentieren!

Kommentare:

  1. Danke für die ausführlichen Antworten :-) Sehr interessant. Das mit dem Finanziellen hab ich nicht gewusst. Dachte, ihr seid mal eine Zeit lang beide zu Hause geblieben ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Unser Schwangerschaftsurlaub hat sich teilweise überschnitten und gegen Ende unserer Schwangerschaften waren wir krankgeschrieben, und auch jetzt können wir viel Zeit zusammen verbringen (wir haben keine Hobbys nebenher), vielleicht entstand darum dieser Eindruck?
      Herzlichst
      Flaminia

      Löschen

Liebe Leserin, lieber Leser
Bitte beachte, dass dein Kommentar zuerst geprüft wird, bevor er hier erscheint.
Danke!