Freitag, 13. März 2015

Grooooosses Update!


Hänsel und Gretel :-D


Nun ist Monsieur L. seit fast 5 Monaten bei uns, und Mademoiselle J. seit 8 Monaten.
Zeit, wieder mal ein Update zu schreiben, ich mache es diesmal in Listenform.

Fakten & Zahlen


- Mlle J. ist mit ihren 8 Monaten ca. 75 cm lang und wiegt ca. 8,6 kg. Mr. L. ist mit 4 1/2 Monaten ca. 65 cm lang und fast 7 kg. Wir haben das Gefühl, dass unsere Kinder recht gross sein werden. Wenn dieser Fall eintrifft, dann hätten sie diesen Part nicht von uns geerbt ;-).

- Mlle J. isst seit sie ca. 5 1/2 Monate alt ist, begeistert Beikost (nach dem letzten Post darüber ging plötzlich alles ganz schnell, plötzlich wollte sie ihre Mahlzeiten nicht mehr missen, sperrte den Mund weit auf, sobald sie das blaue Töpfchen schon nur von weitem gesehen hat *grins*). Spätmorgens gibts Getreidebrei mit Apfelmus, Banane und etwas O-Saft, Nachmittags Apfelmus mit Banane und Mango, Abends Gemüsebrei mit Beikostöl. Alles selbstgemacht, mit Ausnahme des Apfelmuses, das wir günstig in grossen Gläsern kaufen konnten (und ungesüsst, man glaubt es kaum). BLW hat zuerst nicht funktioniert (sie hatte den Reflex noch nicht so, es sich in den Mund zu stecken). Seit ihrem ersten Zähnchen (da war sie ca. 7 Monate alt) steckt sie sich jedoch alles in den Mund (vorher wars ja eher ein rumspielen, was ja auch ganz ok ist, bloss wurde sie so nicht satt), und sie ist absolut begeistert. Bisher: Broccoli-Röschen, Tofu, Karotten-Sticks, Baby-Fruchtwaffeln und Baby-Zwieback mit ein wenig Streichkäse.
Der nächste Schritt wird dann sein, sie an unsere Nahrung vom Tisch zu gewöhnen. Es ist uns wichtig, dass unsere Kinder selbständig essen lernen.
Mr. L. isst seit er 4 Monate alt ist zweimal täglich ebenfalls Breilein. Ziemlich früh, ich weiss. Es gurkte ihn aber irgendwie an, dass seine Schwester etwas bekam und er nicht. Er wollte einfach dabei sein. Die ersten Male hat er begeistert den Brei vom Löffel geschlürft und dabei sein breitestes Grinsen gezeigt. Jetzt macht er schon schön das Mäulchen auf.
Bei Mlle. J. haben wir nun die Anzahl Fläschchen reduziert. Ohne Beikost waren es 5 am Tag à 180 ml, wir haben diese schrittweise reduziert, sodass sie jetzt noch bei 3 Fläschchen à 180 ml ist. Das ist ein Thema, das sehr wichtig bei Fläschchenkindern ist. Die meisten sind zu dick, da die Eltern bei der Beikosteinführung die Fläschchen nicht reduzieren. Bei der Muttermilch reduziert sich ja in der Regel sowohl die Menge als auch die Nachfrage des Kindes, sodass hier praktisch kein Übergewicht entstehen kann. Fläschchenkinder haben diesen Reflex wenig bis gar nicht (man weiss nicht genau warum), sodass man es selbst in die Hand nehmen muss. Bei uns funktionierte das sehr gut, und die Tatsache, dass Mlle. J. vom Gewicht her absolut im normalen Bereich liegt, gibt uns recht.
Mr. L. hat nach wie vor seine 5 Fläschchen pro Tag, da er ja noch nicht so viel Beikost abbekommt.

Leckeres Zwieback!

Manchmal hat man einfach zu wenig Hände!

Der Breimund von Mr. L. :-D
- Sie nuckeln beide am Daumen. Immer, wenn sie müde oder am einschlafen sind. Schnuller sind total uninteressant. Ich bin so froh, dass ich bereits eine Zahnversicherung für die beiden abgeschlossen habe...

Ein schlechtes Bild, aber das einzige, das ich habe, bei dem beide gleichzeitig am Daumennuckeln sind


Was die beiden mögen


- Schlafen. Die ganze Nacht. Mlle. J. schläft seit ihrer zweiten Lebenswoche, Mr. L. seit er zwei Monate alt ist. Auch wenn uns das kaum jemand glaubt. Das letzte Fläschchen gibts um ca. 23:00 Uhr. Dann wird bis ca. 9:30 geschlafen. Und meistens wachen sie erst auf, wenn man die Rollläden hochlässt und das Licht auf sie fällt...
Vielleicht sind wir darum so entspannt? Weil wir diesbezüglich einfach Glück hatten?

- Miteinander spielen. Es ist faszinierend zu sehen, wie sie sich berühren, gemeinsam nach dem Spielzeug greifen, sich anlächeln, sich aneinander orientieren, über einander lachen (wenn Monsieur L. Schluckauf hat, kringelt sich seine Schwester vor Lachen, Pupsen scheint auch lustig zu sein...), und dann gemeinsam einschlafen. Wir haben eine riesige Spielwiese für die beiden eingerichtet, wo sie sich nach Lust und Laune austoben können, die jedoch auch genug bequem ist, wenn sie mal ein Nickerchen machen wollen.


Gemeinsames Spielen macht Spass!

- Einen geregelten Tagesablauf. Wehe, wenn dieser von Besuchern oder Ausflügen gestört wird!

- Baden. Mademoiselle J. seit einiger Zeit auch, Monsieur L. mochte es von Anfang an. Das Badezimmer ist nach der Bade-Aktion halbwegs überschwemmt und unsere Kleider triefend nass, da die Kinderlein freudig mit den Füssen rumplantschen. Gummientchen werden über Bord geschmissen.

- Freudenschreie. Mademoiselle J. hat schon lange ihre Stimme entdeckt, Monsieur L. ist gerade dabei. Zum Glück wohnen wir nicht in einem Mehrfamilienhaus...

- Wenn Mami & Mama rumblödeln. Wir machen uns zum Affen. Zur Freude der Kinder. Kitzeln, komische Geräusche machen, Grimassen ziehen und Erschrecken sind hoch im Kurs.

- Wenn man ihnen vorsingt. Mlle. J. wippt seit ca. zwei Monaten dazu. Mr. L. hört gespannt zu und zeigt sein breitestes Lächeln. Am liebsten hören sie den Song "Heidi". Ja, der Song aus dem gleichnamigen Trickfilm. Und bei der Jodeleinlage gibts dann kein Halten mehr. (*an dieser Stelle darf gelacht werden*)
Da wir jedoch langsam genug vom Heidi-Song haben, müssen wir uns nun nach anderen tollen Kinderliedern umsehen. Tipps werden gerne entgegengenommen. Kriterien: Einfach zu singender Text und ein cooler Rythmus. Ausserdem werde ich noch dieses tolle Kinderliederbuch kaufen.

Was sie nicht mögen


- Mlle. J.: Fremde Menschen. Geschrei inklusive. Vor allem bei Männern und insbesondere bei meinem Bruder, Onkel D. Was uns natürlich bereits wieder einige böse Sprüche eingehandelt hat (man kann sich vorstellen welche, oder?!).

- Mr. L.: Männer interessieren ihn nicht die Bohne, da wird ein ernstes Gesicht gezogen. Mit Frauen jedoch flirtet er so richtig, lässt seine hellgrauen Augen funkeln und lächelt schelmisch. Kleiner Strolch... ;-)

- Kälte. Böser Schnee. Böser Wind. Böser Winter! Nächstes Jahr siehts vermutlich anders aus. Wenn sie dann Freude an Schneemännern und Schlitteln haben.

Und so gehts Mami & Mama


- Wir finden unsere Kinder toll. Natürlich haben sie auch mühsame Phasen, aber alles in allem überwiegen die schönen Momente. Für diese kleinen Wesen da zu sein und das Beste zu geben (ohne perfekt sein zu wollen) erfüllt uns mit grossem Glück. Und da wir das immer wieder gefragt werden: Ja, wir sind uns noch nicht sicher, ob es bei zwei Kindern bleiben wird ;-). Wenn, dann allerdings nicht heute oder morgen.

- Wir möchten manchmal auch Zeit nur zu zweit verbringen, was uns bisher nicht schlecht gelungen ist, jedoch gibts noch Verbessungspotenzial. Wir arbeiten daran. Schwierig ist da jedoch wie immer die Betreuungsfrage, es ist natürlich nicht jedermanns Sache, auf zwei Babys aufzupassen, was ich absolut verstehen kann. Wird wahrscheinlich einfacher, je älter sie werden. Ich bin so froh, dass ich so eine tolle Schwester habe, die gerne auf die Kinder aufpasst (und die Kinder mögen sie auch sehr!).

- Was bisher auf diesem Blog unerwähnt blieb: Es ist nun klar, dass wir leider beide nicht stillen können. Somit ist der Traum, beide Kinder gleichzeitig stillen zu können, ein für allemal vorbei. Bei mir (Flaminia) wollte die Milch nicht so recht kommen, ich hatte immer zu wenig, dann kam noch der Stress mit dem Spitalaufenthalt von Monsieur L. dazu (wo ich immer für ihn abpumpte), anschliessend dann noch ein Problem mit der Anatomie meiner Milchbar (eine funktionierte, die andere nicht). Nach drei Wochen gab ich genervt und enttäuscht auf, es war das gleiche Theater wie schon bei Mlle. J. Nun haben wir hier zwei Fläschchenkinder, und eigentlich ist es gar nicht so schlimm. Schade, dass man bei diesem Thema immer so einen Druck der Gesellschaft spürt. Vielleicht schreibe ich dann mal einen separaten Beitrag zu diesem Thema.

- Manches bleibt halt einfach liegen, da bei uns die Kinder immer die Priorität sind. Mancher Mensch wäre da vermutlich gestresst. Wir nicht. Wir sehen nicht ein, warum wir in Stress verfallen sollen, bloss weil ein Babysöckchen auf dem Boden rumliegt und man sich fragt, wie es wohl dorthin gekommen ist, und wo denn eigentlich das zweite ist, oder weil ein bisschen Staub auf der Kommode liegt, oder weil [an dieser Stelle irgendwas denken, was die meisten Menschen stressig finden]...
Unser Alltag ist zwar chaotisch, aber doch strukturiert. Versteht das vielleicht jemand da draussen? :-D

- Letztlich hatten wir alle die Grippe. Nicht lustig, wenn man selber die Grippe hat, sich dann aber um die ebenfalls kranken Kinder kümmern muss. Glücklicherweise waren sie in den Zeiten dazwischen immer am Schlafen. So wie wir.

Rechtliches

- Als Mr. L. im Spital war, erhielt ich einen Brief. Darin stand, dass er meinen Ledignamen tragen muss, obwohl wir alle den Nachnamen meiner Frau tragen. Das sei so vom Gesetz her, da ich als unverheiratete Frau gelte (wie nett!). Von dieser Tatsache hatte ich nichts gewusst, obwohl ich bei verschiedenen Regenbogengruppen dabei bin. Damals war ich total aufgebracht und weinte nur noch, es war einfach zu viel, mein Sohn im Krankenhaus, und dann kriegt er nicht mal seinen Namen. Dann habe ich mich beruhigt und eine Anwältin eingeschaltet, die ein Namensänderungsgesuch gestellt hat. Bisher hatte sie immer Erfolg, es wurde immer für das Kindeswohl entschieden, hoffen wir, dass es bei uns auch so ein wird. Wir warten nun schon seit drei Monaten, die lassen sich leider Zeit. Bis es durch ist kann er nicht ins Ausland, denn natürlich konnte ich aufgrund dieser Probleme keine ID für ihn machen. Blöd, wenn man in Deutschland einen Wohnwagen hat, in den man gerne gehen würde, und blöd, wenn man sich zu den Einkaufstouristen zählt...
Ausserdem war er ca. drei Monate lang nicht existent, da er keine Geburtsurkunde bekam. Weitere Probleme hatte und habe ich immer noch mit Ärzten, der Krankenkasse, usw., da es einfach unlogisch ist, dass er einen anderen Namen trägt, ständig müssen wir uns erklären. Das alles bringt sehr viel Ärger und Aufwand mit sich. Und ein Grund mehr, dass sich die Gesetze hierzulande endlich, endlich, endlich ändern müssen. Ah ja, und natürlich kostet mich das auch was. So läppische 2000.- CHF muss ich für dieses Verfahren in die Hand nehmen. Dieses Geld könnte ich für anderes besser gebrauchen, aber eben, ich habe keine Wahl... *urks*

- Die Politik diskutiert gerade, ob wir heiraten dürfen. Deshalb gibts momentan sehr viele Interviews, unter anderem natürlich mit Leuten, die uns dieses Recht absprechen wollen (siehe z.B. hier). Schlussendlich wird es vors Volk kommen. Ich freue mich nicht auf die bösen Abstimmungsplakate der Gegner (Vermutlich werden sie ein Kind mit traurigem Gesicht abbilden, mit einer Sprechblase: "Ich brauche eine Mutter und einen Vater!"). Hoffendlich ist das ganze durch, ehe es unsere Kinder richtig begreifen können. Das möchte ich ihnen nämlich ersparen. Sollte es durchkommen, werden wir unsere eingetragene Partnerschaft in eine Ehe umwandeln (da wir es absolut nicht leiden können, ständig als "alleinerziehend" oder "unverheiratet" zu gelten, und da wir endlich auch auf dem Papier eine Familie sein wollen, mit Stiefkindadoption und allem drum und dran). Was uns natürlich wieder ein Stange Geld kosten wird. *urks*

- Ebenfalls wird diskutiert, ob man uns weiterhin ungestraft beleidigen darf oder nicht. Ja, ihr habt richtig gelesen. Hier in der Schweiz ist es nach wie vor nicht strafbar. Was sich unbedingt ändern muss, ich möchte nämlich, dass solche Leute angeklagt werden dürfen.

So, das war jetzt ein grosses, aufwendiges Update!

Kommentare:

  1. Wie schön, von euch zu lesen, tolle Fotos von den Kleinen!
    Dass euer Sohn den Familiennamen nicht erhält, ist eine absolute Unverschämtheit!! Ich bin total entsetzt darüber, hätte nicht gedacht, dass so etwas möglich ist! Frechheit. Ich drücke die Daumen, dass dieser Mist bald hinter euch liegt!

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    1. Danke! :-)
      Ja, es war wirklich eine sehr böse Überraschung...

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  2. Hallo ihr 4 :) Die Zeit vergeht wie im Flug, so groß sind die beiden schon und sehr süß! Ja ja, rechtlich muss sich in der Schweiz noch einiges andern. In Österreich hat sich Gott sei Dank schon einiges geändert. Viel Glück euch weiterhin :)

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    1. Ja, es geht furchtbar schnell, sie wachsen wie Pilze...
      Es ist wirklich peinlich, dass die Schweiz einmal mehr hinterherhinkt...

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  3. Ich hab hier schön desöfteren was kommentiert und dann hab ich es mit absenden nicht hinbekommen, dann war alles weg und ich sehr sauer-gefrustet. Ich versuchs jetzt nochmal :-)... Trommelwirbel.... ich freu mich jedesmal total von Euch zu lesen! Ganz ganz tolles großes Update und die Zwerge sind ja so Zucker :).

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    1. Das Problem mit dem Kommentieren ist wirklich eine blöde Sache. Ich weiss davon, kann aber leider nichts ändern...
      Danke für deinen Kommentar! :-)

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  4. Ihr habt einfach Zuckerkinder <3 so goldig und ich kann mir gut vorstellen, dass der Anblick der beiden mit sich spielenden Kinder besser als jeder TV Programm ist!

    Wir mögen hier sehr gern die " die 30 besten Bewegungslieder " Nr.1, 2 und 3 haben wir hier und ich finde sie deshalb schön, weil sie die Hände, bzw. den Körper, mit einbeziehen und so Mitmachlieder sind. Die Musik ist kindgerecht und Junior hat seinen Spaß :-)

    Zu dem " rechtlichen " fällt mir nicht viel ein, da kann ich nur mit dem Kopf schütteln und die Daumen drücken, dass Ihr da bald " durch " seid ( zumindest mal mit dem Namen ) - verbale Aussetzer von Gegnern gibt es hier in D auch - auch da fehlen mir oft die Worte!

    Toll, dass ihr Euch nicht stressen lasst, am Wichtigsten ist sowieso, dass es Euch zusammen gut geht, wen interessiert da schon das Staubkörnchen?

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    1. Danke für deinen lieben Kommentar! :-)
      Wir haben sowieso kein TV, von dem her... :-D
      Danke für den Tipp mit den Bewegungsliedern, das könnte unseren auch gefallen, sie lieben es, wenn wir zum Singsang auch noch den Clown machen! :-D

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