Mittwoch, 6. August 2014

Geburtsbericht Mademoiselle J.

Und jetzt folgt nun endlich der Geburtsbericht!
Ich war dermassen im Babyalltag drin, dass ich kaum gemerkt habe, wie die Zeit vergangen ist!

Für viele BlogleserInnen und auch für unser Umfeld kam die Geburt von Mademoiselle J. dann doch sehr überraschend...

Etwa zwei Wochen vor der Geburt (zu diesem Zeitpunkt wussten wir jedoch noch nicht, dass es nur noch zwei Wochen sein würden...) kippte die bisher lehrbuchmässige Schwangerschaft. Die Werte von Sweety mussten immer wieder gemessen werden, und unser Baby wurde per CTG und Ultraschall überwacht. Meine beiden Schätze wurden also sehr intensiv betreut, und bald wurden die Chefärzte eingeschaltet. Kein gutes Zeichen, dachte ich, und machte mir zunehmend Sorgen. Es war wirklich ein sehr schwierige Zeit für uns. Wir mussten uns gedanklich von der Geburt im Geburtshaus verabschieden, und dann waren da die Beschwerden und die Sorgen...aber wie immer in schwierigen Situationen war der Zusammenhalt zwischen uns sehr gross. Wir beschlossen dann, diese Situation anzunehmen, und das Beste daraus zu machen. Es tröstete uns auch, dass man diese Probleme glücklicherweise erkannt hatte, sodass nun dank der guten Betreuung durch die sehr guten Ärzte eigenlich nichts Schlimmes mehr passieren sollte.

Der 7. Juli sollte dann der letzte Kontrolltermin werden, doch das wussten wir noch nicht...beim Ultraschall kam heraus, dass man sich bei Mademoiselle J.s Gewicht total verschätzt hatte, nämlich um ein sagenhaftes ganzes Kilo. Nachdem wir wieder mal eine Ewigkeit auf die weiteren Ergebnisse warten mussten, rauschte plötzlich der Chefarzt herein und sagte bloss:
"Morgen müssen wir den Kaiserschnitt machen."
Uns verschlug es die Sprache, und wir sahen uns mit grossen Augen an. Monatelang hatten wir auf unsere Prinzessin gewartet, und nun sollte sie plötzlich morgen in unseren Armen sein?!
Er meinte dann, dass man nicht länger warten sollte, aus vielerlei Gründen, das möchte ich hier aber nicht im Detail ausführen.

Wir gingen dann abends auswärts Essen, unser letztes Essen zu zweit, es war sehr feierlich und auch ein bisschen emotional.
Am 8. Juli mussten wir bereits frühmorgens im Spital auftauchen. Leider mussten wir dann wieder sehr lange warten, zwei Stunden lang, da noch irgendein Notfall hereinschneite...das waren die längsten zwei Stunden in meinem Leben...
Doch dann ging alles plötzlich sehr schnell. Wir wurden in den OP-Bereich gebracht. Ich wurde gemeinsam mit der Hebamme aus dem OP-Raum bugsiert, ohne dass ich noch ein Wort mit meiner Frau wechseln konnte, worauf mir dann einige Tränchen in die Augen schossen, die ich jedoch schnell wieder herunterschluckte. Die Hebamme erklärte mir dann ruhig das Vorgehen, und ich beruhigte mich dann ein wenig. Ich musste mich umziehen, kriegte eine dieser grünen Kutten, und musste dann im Pausenraum der OP-Leute warten, bis man mich nach dem Verabreichen der Narkose holen würde. Die OP-Leute fanden es sehr unterhaltsam, dass ich als Schwangere in einem OP-Kittel war statt auf einem OP-Tisch...
Ich wurde dann wieder dazugeholt, und dann ging alles ganz schnell. Die Ärzte begannen mit dem Kaiserschnitt, ich streichelte dabei das Gesicht meiner Frau, und wir lächelten uns an. Etwa 10 Minuten später hörte ich einen Schrei, und Mademoiselle J. wurde der Hebamme gegeben, die bereits mit einem Tuch bereitstand und sie damit schnell umwickelte. Bei dieser "Übergabe" konnte ich unsere Tochter das erste Mal sehen, und - wie konnte es auch anders sein - ich fing an zu weinen und sagte zu meiner Liebsten: "Jetzt wird alles gut, sie ist da, und sie sieht so süss aus!". Die Kleine wurde von der Hebamme zu uns gebracht, damit auch meine Frau sie sehen konnte, dann ging ich mit der Hebamme ins Nebenzimmer, wo Mademoiselle J. in eine wärmende Schale kam und schnell angeguckt wurde. Da unsere Kleine, obwohl sie zwei Wochen vor dem Termin geboren wurde, topfit war, benötigte sie keinerlei der bereitgestellten Hilfsmittel wie zum Beispiel Sauerstoff. Sie wurde wieder in das Tuch eingepackt, dann gingen wir wieder zu meiner Frau, und wir bestaunten und streichelten unser kleines Wunder, das die Augen öffnete und uns verwirrt anguckte. Ich ging dann mit Mademoiselle J. hinauf in die Geburtsabteilung, da es doch sehr kalt war im OP, wenige Zeit später kam auch meine Frau hinzu. Wir genossen dann gemeinsam diese ersten, ganz speziellen Momente. Alle Sorgen waren auf einen Schlag vergessen. Ich weiss nicht mehr genau, wie lange wir in diesem Geburtszimmer geblieben sind, aber das Schöne war, dass wir in Ruhe gelassen wurden, und das war sehr gut, nach all dem Trubel, den wir vorher durchgestanden hatten.
Ich bemerkte dann, dass mein Shirt ganz nass war...es war Milch, das aus meinen Brüsten floss, als wäre ich diejenige gewesen, die Mademoiselle J. geboren hätte...leider durfte ich sie nicht bei mir ansetzen, da ich ja auch schwanger bin und es Wehen auslösen könnte.
Wir blieben dann fünf Tage im Krankenhaus, hatten ein Familienzimmer und wurden sehr gut betreut, am Schluss war es fast zu viel des Guten, sodass wir dann gerne nach Hause gegangen sind.

Dieses Erlebnis wird unvergesslich bleiben und war einer der bedeutendsten Momente in unserem Leben.

Und ja, es gibt einige Bilder der Geburt, aber diese sind mir zu privat, um sie hier zu veröffentlichen.

Das war nun der Geburtsbericht, und ich hätte im Vorfeld nie gedacht, dass ich über eine Kaiserschnittgeburt berichten würde, aber so ist nun mal das Leben - unvorhersehbar und manchmal nicht einfach, aber jetzt haben wir schlussendlich rückblickend unseren Frieden damit gefunden, denn die Hauptsache ist ja, dass es meinen beiden Schätzen nun gut geht!

So, und nun werde ich als nächstes einen Babyalltag-Post schreiben! :-)

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