Mittwoch, 30. April 2014

Besichtigung des Geburtshauses








Kurz vor unseren Ferien besichtigten wir noch das Geburtshaus in unserer Nähe. Für einen Besichtigungstermin mussten wir etwas warten, da sie immer nur zwei Paare pro Besichtigung möchten.

Die Begrüssung war sehr nett, dann wurde uns zuerst das ganze Haus gezeigt: Der Aufenthaltsraum, die Küche und natürlich die Geburtszimmer und Schlafzimmer.
Gleich zu Beginn wurde das "Du" angeboten. Es herrschte eine lockere Atmosphäre, alles war freundlich eingerichtet, mit farbiger Bettwäsche, ein bisschen wie in einer kleinen Pension. Die Angestellten waren alle sehr sympathisch, und es waren weit und breit keine weissen Kittel zu sehen, alle trugen Alltagskleidung. Am Schluss der Besichtigung sassen wir mit der Leiterin des Geburtshauses, die selber auch Hebamme ist, im Aufenthaltsraum an einem Tisch. Sie stellte dann die Grundsätze des Geburtshauses vor, und natürlich, wie eine Geburt bei ihnen ist. Zum Beispiel gibt es keine plötzlichen "Schichtwechsel" wie im Krankenhaus (was uns ja bei der Besichtigung desselben ja nicht so passte). Die Hebamme bleibt von Anfang bis Schluss bei der Geburt dabei, egal, wie lange diese dauert, was uns sehr angesprochen hat. Ausserdem sind bei ihnen, anders als in anderen Geburtshäusern, Schmerzmittel generell nicht tabu. Wenn eine Frau diese während der Geburt haben möchte, so ist dies möglich, denn sie haben diese im Haus. PDA ist natürlich nicht möglich, aber eben, im Fall der Fälle hätte man auch Medikamente. Ansonsten kommen bei der Geburt natürliche Methoden zum Einsatz, wie zum Beispiel Akupunktur. Erst am Schluss kommt noch ein Arzt hinzu. Auf persönliche Wünsche für die Geburt wird Rücksicht genommen. Man wird dort auch mehr als "Familie" angesehen, der Partner wird also sehr miteinbezogen.
Man kann dann noch ca. 4 Tage dort verbringen, wenn man möchte. In dieser Zeit wird alles bereitgestellt, seien es Still-BHs, Windeln, Babykleidung (damit man, wenn man nach Hause geht, nicht gleich einen Berg zu waschen hat) usw., ausserdem wird dort natürlich auch gekocht. Man kann also ganz entspannt das Neugeborene kennenlernen. :-)
Am Schluss der Besichtigung nahm uns die Leiterin dann noch beiseite, um ein bisschen mit uns zu plaudern. Sie fand es äusserst interessant, dass wir beide fast gleichzeitig schwanger sind, und fragte uns ein bisschen aus :-). Wir sind nicht das erste lesbische Paar, dass sie betreut, sie hat zuvor bereits ein Pärchen begleitet. Allerdings waren diese nicht zusammen schwanger.

Unser Fazit: Wir haben uns an diesem Ort sofort wohlgefühlt und waren "willkommen". Es war ganz anders als im Krankenhaus, was ja an sich auch ok war, aber im Vergleich zum Geburtshaus für uns persönlich völlig anders. Diese warme, herzliche Atmosphäre hat uns einfach mehr angesprochen.
Sogar meine Frau, die ja anfangs ein wenig skeptisch war, änderte ihre Meinung nach der Besichtigung schlagartig, was mich sehr überraschte, aber insgeheim natürlich auch freute ;-).

Deshalb haben wir entschieden, dass wir beide wenn möglich im Geburtshaus gebären möchten. :-)

Kommentare:

  1. Das ist toll, dass man dort noch ein paar Tage bleiben kann und rundum versorgt wird. Das hält mich auch ein bißchen vom Geburtshaus ab, wenn ich denke, dass man dort sofort rausgeworfen wird und dann kaum zur Ruhe kommt.

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    1. Ich finde es auch gut, dass man in unserem Geburtshaus selber wählen kann, ob man noch ein paar Tage bleiben will oder schon früher nach Hause möchte. Wir persönlich werden sehr gerne noch ein bisschen Zeit dort verbringen ;-).

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