Montag, 17. Februar 2014

Ein Zwischenfall

Es gab einen Zwischenfall mit Baby No. 2 (von mir, Flaminia, ausgetragen).
Am Freitag-Nachmittag bekam ich plötzlich seltsame Krämpfe. Ich fühlte mich zwar nicht wohl, dachte dann aber, dass es vielleicht weggeht, wenn ich eine Nacht drüber schlafe. Als ich am Samstag-Morgen wach wurde, merkte ich sofort, dass die Schmerzen immer noch da waren, und als ich aufstehen wollte, wurden sie stärker. Ich blieb dann liegen und überlegte, was ich tun sollte. Ich schrieb meiner Frau, die an diesem Tag arbeiten musste, eine SMS. Sie machte sich natürlich sofort Sorgen. Ich rief meine Mutter an, die mir sagte, das klinge wie Wehen und sei leider kein gutes Zeichen, ausserdem sei es vielleicht eine Eileiterschwangerschaft. Es gefiel meinen Eltern auch nicht, dass ich alleine zuhause war, denn sie machten sich Sorgen, dass wenn ich hinfallen würde niemand da wäre. Sie hätten mir auch nicht helfen können, da sie gerade in den Bergen waren. Ich geriet zunehmend in Panik. Ich telefonierte mit meiner Frau, die sofort ihre Arbeitskollegen fragte, ob sie ihren Dienst abgeben könne. Die Kollegen waren sehr nett, und so konnte sie mittags zu mir nach Hause fahren.
Wir fuhren sofort ins nahegelegene Spital. Während der Fahrt kämpfte ich immer wieder mit den Tränen. War es das bereits? In der Notaufnahme schilderten wir unseren Fall, kamen dann in einen separaten Raum, wo uns eine Assistenzärztin abholte und in die Geburtsabteilung führte. Ich fühlte mich wie im falschen Film. Da ging ich in die Geburtsabteilung, in der überall Babyfotos hingen und Schwangerschaftsflyer ausgelegt waren. Das Gefühl, das ich empfand, war einfach schrecklich. Ich war zu früh dort. Viel zu früh.
Sie führte uns in ein kleines Behandlungszimmer, stellte uns ein paar Fragen, sagte, dass sie nun schauen müsse, ob es "am richtigen Ort sitzt" (wie schrecklich das klang), und dann machte sie einen Ultraschall...mein allererster Ultraschall überhaupt...zuerst sah ich nur meine Gebärmutter, ein grosses Loch. Sie zoomte näher...plötzlich sahen wir einen Wurm...oh mein Gott...ich hielt den Atem an ("entspannen Sie sich, Frau Flaminia!"), suchte nach dem Herzchen, das ich einfach nicht sehen konnte...sie zoomte näher, und da sahen wir es, wie das Herzchen schlug!!! Ich brach sofort in Tränen aus. Es ist schwer zu beschreiben, wie ich mich in diesem Moment gefühlt habe. Erleichterung, Dankbarkeit, Liebe durchströmte mich.
Sie machte ein paar Bilder, und schaute sich dann doch noch die Eierstöcke an. Sie fragte mich, ob ich den Eisprung gespürt hätte. Ich sagte, ja, rechts, und sie meinte, genau, von da ist es gekommen. Schon verrückt.
Sie erklärte uns dann, dass es Frauen gibt, die grosse Schmerzen haben, wenn die Gebärmutter wächst. Sie verschrieb mir Schmerzmittel und Magnesium.
Es sei jedoch gut gewesen, dass wir ins Spital gekommen seien, denn bei solchen Krämpfen müsse man unbedingt abklären, ob es keine Eileiterschwangerschaft sei. Zum Glück konnte das bei mir schnell ausgeschlossen werden. Sie werden jetzt noch meine Blutwerte genauer untersuchen, denn es wurde eine Entzündung festgestellt, und sie wollen noch abklären, von wo das genau kommt und ob man es allenfalls behandeln muss. Das hat aber keine Auswirkungen auf die Schwangerschaft.
Ich muss an dieser Stelle erwähnen, wie nett das Personal in diesem Spital war, ich fühlte mich wirklich gut aufgehoben. Sie hatten auch sofort Verständnis für unsere Situation, und als sie sahen, dass wir ein verheiratetes Paar waren, blieb die Frage nach dem Vater gänzlich unausgesprochen, was ich sehr schätzte. Klar fragten sie, wie wir es gemacht hätten, das wars dann aber auch schon. Sollte ich aus irgendwelchen Gründen nicht ins Geburtshaus gehen können, werde ich dort entbinden. Ich kann Spitäler eigentlich aufgrund schlechter Erfahrungen nicht ausstehen, das will also etwas heissen.
Wir hatten sowieso vor, bald einen Infoabend in diesem Spital zu besuchen, und jetzt freue ich mich umso mehr darauf.

Wir gingen beruhigt nach Hause, ich nahm die Schmerzmittel und verschlief den Rest des Nachmittags.

Und hier noch ein Bild von unserem Bärchen, dass trotz seinen kleinen 5 mm die ganze Aufregung verursacht hat!

Rechts ist das Würmchen, links der Dottersack
Bei 7+0





Kommentare:

  1. Oh Gott, als ich die ersten paar Zeilen gelsen habe, blieb mir fast das Herz stehen.... Es freut mich sehr, dass aber alles in Ordnung ist. Ich drück euch die Daumen, dass es weiterhin so bleibt!

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    1. Danke für deine lieben Worte. Es war wirklich eine schreckliche Situation, das wünscht man nicht mal seinem ärgsten Feind...

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