Freitag, 2. August 2013

Die Kunst des Wartens

Ich habe heute bemerkt, dass wir seit bald einem Jahr in der aktiven Kinderwunschphase sind. Letzten Herbst fingen wir an, diverse Möglichkeiten auszuloten, die uns unserem grossen Traum näher bringen würden, und wir wollten möglichst bald beginnen, sobald wir eine gute Möglichkeit für uns gefunden hatten. Damals wussten wir noch nicht, über welche Steine wir auf unserem Weg stolpern würden. Was es für Steine waren, kann man auf der Seite "Über uns" nachlesen, deshalb kann ich hier einfach noch dazu sagen: Diese ganzen miesen Steine haben das ganze Vorhaben in die Länge gezogen, und aus dem Plan, in diesem Jahr praktisch jeden Monat eine Insi durchzuführen, wurde nichts. Wir haben vor allem gewartet. Gewartet auf irgendwelche Arzttermine. Gewartet auf den Eisprung. Gewartet auf den Spender. Gewartet auf irgendwelche Anzeichen. Gewartet auf den Tag, an dem wir testen konnten, ob wir schwanger sind. Gewartet auf die Periode.
Und zwischen dem Warten das ständige Pendeln zwischen Hoffen und Bangen, und der Versuch, das Leben weiterhin unbeschwert zu geniessen, was uns oft, aber eben nicht immer gelang.
Wir leben in einem Haus mit zwei noch leeren Zimmern, mit geschlossenen Türen (da ich diese Leere nicht ertrage), und alles ist ganz still, zu still. Wir haben tausend Ideen, wie wir unser Heim umgestalten würden, wenn wir Kinder hätten, und würden diese so gerne in Angriff nehmen, aber trauen uns nicht, solange wir nicht schwanger sind. Ich kann auch leider nicht immer der Versuchung widerstehen, Babykleider und Accessoires zu kaufen, nur um dann mit jedem Baby-Teil, das danach im Haus herumschwirrt, daran erinnert zu werden, was uns fehlt.
Jedes Kind, das wir sehen, jede Schwangere und jegliche Berichte in den Medien über Babys, Kinder, Schwangere u.s.w. erinnert uns daran, was uns fehlt. Sogar bei der Werbung werden unsere Blicke wehmütig, wenn Babys herumtollen (Pampers), Schwangere sich den runden Bauch streicheln (Nahrungsergänzungsmittel) und glückliche Familien sich lachend umarmen (Süssigkeiten).
Das Thema ist omnipräsent, und manchmal stecken wir es gut weg, und manchmal haben wir damit Mühe, wie heute...und doch sind wir voller Hoffnung, dass unsere Babys zu uns finden werden.
Aber das Leben ist meistens nicht planbar, voraussehbar schon gar nicht, und es kommt immer alles irgendwie anders als gedacht.
In diesem Sinne wünsche ich allen Mithibblerinen, Warterinnen (neues Wort!), Geduldigen und weniger Geduldigen, und allen anderen ein schönes Wochenende und einen super Start in die nächste Woche!
Ich hoffe, dass wir und alle anderen, die gerade in einer solchen Phase stecken, irgendwann über dieses Posting grinsen können, während unsere Kinder fröhlich herumtollen und uns glücklich oder auch wahnsinnig machen!

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