Montag, 4. Februar 2013

Planänderung No. 3

Soooo, nachdem ich mich im letzten Post vor Freude fast zerplatzt bin, wurde ich dann relativ schnell wieder zu Boden geschleudert. Und zwar am Freitag letzter Woche.
Im Kontakt mit Dänemark erfuhr ich, dass wir sämtliche Einheiten, die wir reservieren wollen, im voraus bezahlen müssen. So hatte ich das nicht verstanden, und ich fiel dementsprechend aus allen Wolken. Ah ja, und da wären dann noch folgende Kosten (die mir allerdings schon vorher klar waren): Die Reservationsgebühr, die Lieferkosten, die Arztkosten, und nicht zu vergessen die dubiose "Lizenzgebühr" von 1000 Euro.
Die Ärztin meinte ja, dass wir für jede von uns mindestens 8 Einheiten reservieren sollen, und das für mindestens 3 Jahre. Dann wurde uns ja noch eröffnet, dass in einer Einheit nur 0,5 ml enthalten sind (ein normaler Erguss hat ca. 2-3 ml!), sodass wir min. 2 Einheiten pro Versuch brauchen müssten, um überhaupt eine Chance auf eine Schwangerschaft zu haben. Besser mehr. Wir wollten ja noch nebenbei Insis zu Hause durchführen, wobei wir dann wieder min. 2 Einheiten hätten bestellen müssen.
Ich muss nun hier wohl kaum erklären, auf was für astronomische Beträge wir da kommen. Unsere Reserven hätten für die einzelnen Bestellungen pro Monat gereicht, aber wir können unmöglich alles im voraus bezahlen, und jedes Mal dutzende Einheiten kommen lassen. Wir haben also die Wahl. Entweder wir verschulden uns, oder wir suchen nach einer anderen Lösung.
Ich telefonierte dann mit meiner Liebsten, die ebenfalls aus allen Wolken fiel. Dieses Wochenende haben wir dann nochmals in Ruhe über alles geredet.
Wir haben uns dann schliesslich für die zweite Variante, einer anderen Lösung, entschieden.
Folgende Gründe waren ausschlaggebend:
- Wir möchten uns nicht verschulden.
- Uns gefällt es nicht, dass es gerade nur noch ums Geld geht, und dass der Kinderwunsch schlichtweg nur noch ausgenutzt wird, um ordentlich Kasse zu machen.
- Es sind so wenig Schwimmerchen für diesen stolzen Preis, und sie sind erst noch gefroren und somit weniger vital als "frische". Die Chancen auf eine Schwangerschaft sind daher deutlich geringer.
- Der ganze Stress, dass die Dinger dann auch zum richtigen Zeitpunkt geliefert werden, und dass bei der Lieferung jemand zu Hause sein muss, brauchen wir nicht wirklich.
- Meiner Liebsten wäre es sowieso lieber, das ganze Prozedere zu Hause in einem würdevollen Rahmen durchzuführen, statt in einer kalten Arztpraxis.

Und so sieht unsere "Lösung" jetzt aus: Mit einem Bekannten, der uns noch nicht allzu lange her seine Hilfe diesbezüglich angeboten hatte.
Wir sind jetzt also wieder bei Null angelangt.
Wir werden das Ganze wahrscheinlich diese Woche mit ihm besprechen, und dann sehen wir, ob es wirklich passt, und ob er wirklich mit uns diesen nicht immer einfachen Weg gehen möchte. Wenn er dann wirklich zusagt, muss ich abklären, welche Tests man bei ihm durchführen sollte u.s.w.
Ich rechne jetzt mit einer erneuten längeren Wartezeit...

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Kommentare:

  1. Das ist ja doof. :-(
    Ich hoffe, dass Ihr Euch mit dem Potenziellen einig werdet.
    Seid Ihr denn umfassend über Eure rechtliche Stellung informiert?

    Ist ja auch immer wichtig, dass der Spender seinerseits sich auf wirklich dessen bewusst ist, dass er nie so ganz aus der Sache draußen ist (ist zumindest in Deutschland so, selbst nach einer Stiefkindadoption kommt ja noch das Recht des Kindes auf die Kenntnis seiner Herkunft hinzu).

    Wünsche Euch, dass alles passt und Ihr dann nicht mehr lange warten müsst!

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    1. Danke für deinen lieben Zuspruch.

      Ja, ich weiss, wie es rechtlich aussieht, und wir werden das dem Spender natürlich auch sagen.
      Meine Frau hat ihm bereits gesagt, dass wir keine aktive Vaterrolle wünschen und er als Vater auch nicht eingetragen werden würde. Dies ist ihm selber auch recht (er hat bereits Kinder und seine Familienplanung ist abgeschlossen), von dem her würde es zumindest daran wohl nicht scheitern.
      Natürlich müssten dann aber noch weitere Fragen geklärt werden.
      Schlussendlich wird es aber eine Vertrauenssache bleiben. Das ist der Preis, den man auf diesem Weg in Kauf nehmen muss. Und genau deswegen wollte wir eigentlich nicht diesen Weg einschlagen.

      Mal sehen, momentan bin ich nicht so optimistisch. Jetzt ist halt wieder alles anders, als man es sich vorgestellt hat, und das zu akzeptieren und nach vorne zu schauen, fällt mir gerade ein bisschen schwer.
      Ich rechnete damit, bald beginnen zu können, und jetzt kann es wieder ewig dauern, bis wir endlich starten können...

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  2. Das sind natürlich nicht so tolle Neuigkeiten... Bei unserer Samenbank wäre es auch so, dass wir reservierte Einheiten gleich bezahlen müssten. Wenn wir sie dann bei der Samenbank direkt eingelagert hätten (natürlich wieder gegen Aufpreis) und sie später doch nicht gebraucht hätten (weil wir vielleicht schon vorher schwanger geworden wären), hätten wir ganze 75 Prozent zurückbekommen... Und eben trotzdem 25 Prozent nicht erstattbare "Kosten" für die Samenproben und die Einlagerungskosten (ich glaube, so 150 Euro pro Jahr).

    Wir haben uns deshalb dafür entschieden, erstmal nur für 3 Versuche zu bestellen. Allerdings "reicht" es bei uns auch, einen Straw pro Versuch zu verwenden (und die enthalten bei Cryos ja auch nur 0,5 ml). So hat es uns unser Arzt auch mitgeteilt und ich kenne es auch von anderen Paaren nur so, dass ein 0,5 ml-Straw für die IUI ausreicht. Da es gereinigtes Sperma ist, ist das ja sowieso "weniger" als frisches und man sollte bei einer IUI maximal 1 ml gereingtes Sperma verwenden.

    Aber wenn es euch wichtig ist, den gleichen Spender zu haben: Warum wählt ihr bei der ESB denn keinen Spender, von dem es noch viele (z. B. über 100) Straws gibt? Da wäre zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass er in einem halben Jahr oder so "ausverkauft" ist, nicht so hoch.

    Weshalb hättet ihr denn noch zu Hause (zusätzlich zu den IUIs) Insis durchführen wollen? Vielleicht wäre es sinnvoll, darauf zu verzichten? Wenn ihr dann dafür zusätzlich 2 Straws pro Zyklus braucht, ist das ja auch ganz schön teuer... Mir persönlich (aber das müsst ihr natürlich entscheiden, ich will euch da nicht reinreden!) wäre das ein zu hoher Preis für eine mögliche Schwangerschaftsrate von 5-10 Prozent (für Heiminsemination mit Kyrosamen laut verschiedener Studien) pro Zyklus. Laut unserem Arzt und auch einigen Studien ist die IUI mit 15-20 Prozent da wesentlich vielversprechender.

    Lasst euch das wirklich nochmal gut durch den Kopf gehen. Wir waren zwischenzeitlich ja auch versucht, einen privaten Spender zu suchen und wir zahlen pro Zyklus "nur" etwa 800 Euro insgesamt. Aber für uns ist der Weg über eine Samenbank einfach der richtige, und vom finanziellen Aspekt abgesehen fühlen wir uns damit absolut wohl.

    Und allgemein wird ja gesagt, dass die IUI mit Kyrosamen nicht unbedingt schlechtere Erfolgsraten hat wie eine Insemination zu Hause mit frischem Samen. Bei der IUI wird das Sperma immerhin fast direkt an den "Ort des Geschehens" gebracht. Anscheinend macht das wieder gut, dass es vorher tiefgefroren war ;-)

    Wie teuer wäre bei euch denn aktuell ein Versuch bei der Ärztin? Und wie viel hätte die Behandlung in München gekostet (falls ihr das wisst)?

    Ich drück euch auf jeden Fall die Daumen, dass sich euer Kinderwunsch - egal, auf welchem Weg - schnell erfüllt und ihr die für euch richtige Entscheidung trefft...

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    1. Unser Spender hatte sehr viele Einheiten. Bloss war es uns zu unsicher, nicht zu reservieren. Ausserdem wollen wir vielleicht in ein paar Jahren noch weitere Kinder, da muss man einfach reservieren.

      Unsere Ärztin sagte, man könne es schon nur mit einer Einheit durchführen, allerdings wären da die Chancen noch geringer.
      Ich habe von anderen Paaren gehört, die dann auch ICIs machen, um die Chancen zu erhöhen.
      Die Ärztin selber verlangt nicht viel, viel weniger als üblich verlangt wird. Das ist also nicht das Hauptproblem uns wäre auch bezahlbar.
      Wir würden uns ja auch wohler fühlen, wenn wir es über die Samenbank tun könnten, aber wenn es finanziell einfach nicht drinliegt, dann kann man auch nichts machen.
      München wäre zwar schon bezahlbar, aber dann kommen noch die Hotelkosten etc. dazu, schliesslich wäre es sogar teurer. Dort werden einem auch dubiose Zusatzkosten verrechnet, was das Ganze auch nicht gerade sympathisch macht. Ausserdem muss man dann im Eiltempo nach München reisen, wenn man den Eisprung hat, was auch nicht immer machbar ist. Liegt von uns aus auch nicht gerade im die Ecke.

      Momentan glaube ich nicht mehr an die baldige Erfüllung unseres Kinderwunsches...

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